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Schülerrat Schule Mösli

Im Schulhaus Mösli hat im März der erste Schülerrat getagt. Elf Vertretungen aus Unter- und Mittelstufe haben sich zusammengesetzt und die Anliegen der Schülerinnen und Schüler diskutiert.


Was Schulkinder bewegt

Schulleiter Joseph F. Achermann begrüsste die gespannten Kinder: «Ihr seid die ersten kleinen Politiker im Schulhaus, ich gratuliere euch zu diesem wichtigen Amt». Martina Buchmann und Sarah Keller, Leiterinnen des Schülerrates, erklärten den Kindern Ablauf und Organisation. «Wir schreiben alles in ein Heft, damit ihr die besprochenen Informationen richtig in eure Klasse zurückbringt». Bei Wortspielen lernten sich die Kinder danach näher kennen und überwanden die anfängliche Scheu.

Sieben Punkte standen an diesem ersten Treffen auf der Traktandenliste. «Warum nur so wenig?» fragte sich die zehnjährige Leonie. Doch schnell erkannte sie, dass Themen wie die zu leise Schulhausglocke, scharf geschossene Fussbälle, ein Pausenkiosk, Abfall, der Trottinettparkplatz oder elektronische Geräte in der Schule noch einige Schülerratssitzungen in Anspruch nehmen würden.

Diese Themen wurden von den Lehrpersonen in den Klassen vorgängig gesammelt. Bei den Vorbereitungen des Schülerrates hat sich die Projektgruppe an bereits funktionierenden Modellen aus anderen Schulhäusern orientiert, erklärt Martina Buchmann. «Ich war sehr gespannt und positiv überrascht, wie klug und reif die Kinder argumentieren». Diskutieren und Zuhören muss gelernt werden, sind Martina Buchmann und Sarah Keller überzeugt. «Der erste Schritt dazu ist, ein auf allen Stufen gut eingeführter Klassenrat».

Die Viertklässlerin Leonie Traber erzählt ihre Eindrücke nach der ersten Schülerratsitzung:

Wie hast du dich heute gefühlt und wieso wurdest du als Delegierte geschickt?
Es war toll, aber viel zu kurz. Ich wollte noch länger diskutieren. Ich bin schon ein bisschen stolz auf meine Wahl, denn ich wurde von der Mehrheit der Klassenkameraden gewählt. Seit ich sieben Jahre alt bin, spiele ich Theater und bin es gewohnt, alleine vor andere hinzustehen und zu sprechen.

Welche Fähigkeiten braucht es für eine Wahl?
Man darf nicht schüchtern sein und muss sich durchsetzen können, auch wenn die anderen nicht der gleichen Meinung sind. Und – man muss ein gutes Gedächtnis haben, um der Klasse alles richtig zu berichten.

Was sind deine Aufgaben?
Ich muss das Gehörte aufschreiben und an die Klasse weitergeben. Das Schreiben ist kein Problem für mich.

Warum denkst du, braucht es einen Schülerrat in einem Schulhaus?
Alle Kinder sollen gerne zur Schule gehen. Wir wollen keinen Eintrag wegen einer zu leisen Glocke. Also muss man über die Probleme sprechen. Wenn man nichts sagt, passiert es immer wieder. Ich glaube, wir können schon etwas verändern.

Was heisst für dich Diskutieren?
Wir besprechen ein Problem miteinander. Nicht nur einer soll seine Meinung sagen. Ok – ich setze mich oft durch – (schmunzelt). Aber man kann einander helfen. Heute habe ich beobachtet, dass sich nur die Hälfte der Delegierten gemeldet hat. Man könnte zum Beispiel einen Schülerrat machen, bei dem einmal nur die Ruhigeren sprechen und die anderen zuhören.

In welcher Form diskutierst du zuhause?
Letzte Woche hat unser Kater den Kanarienvogel gefressen. Wir waren alle sehr traurig und haben ganz lange besprochen, ob wir einen neuen Vogel kaufen wollen oder nicht. Papi baut jetzt einen «Hochsicherheitstrakt für den Vogel», dann schauen wir wie es geht. Am liebsten diskutieren wir am Sonntagmorgen beim Frühstück.

Schülerrat Mösli
 

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